Am Freitag, den 28.08.2026, versammelten sich zahlreiche Jäger im Kultursaal von Neundorf bei Schleiz. Der Grund: Wildmeister Christian Franke aus der Eifel war zu Gast. Sein Publikum war zusammengesetzt aus „alten Hasen“ des Waidhandwerks sowie aus Jungjägern, aus Jägern sowie aus Jägerinnen. Doch die Erkenntnis aus diesem Abend war für alle Anwesenden sicher die selbe; jagdliches Brauchtum ist älter und vielschichtiger, als es vielen Jägern und Jägerinnen bewusst ist.
Neben den verschiedenen Bereichen des jagdlichen Brauchtums ging Franke vor allem stets auf den historischen Kontext und Wandel ein. So sorgte er für manchen Aha-Effekt, wenn er aufzeigte, woraus bestimmte jagdliche Bräuche hervorgegangen sind und warum sie so sind, wie sie sind. Franke betonte aber auch immer wieder, dass es hierbei nicht um die Anbetung der Asche, sondern um die Weitergabe des Feuers geht. Er wies deshalb mehrfach darauf hin, dass so mancher Brauch zurecht heute nicht mehr geläufig ist oder eine gewisse Anpassung erfahren hat. Dennoch appellierte er an alle Anwesenden, das Brauchtum zu pflegen und lebendig zu halten. Es ist ein einmaliger Kulturschatz, der vor allem davon lebt, dass er von Jäger zu Jäger weitergegeben und nicht von Fachbüchern gelehrt wird. So mancher alter Jagdbrauch verdient es nach seiner Meinung, wieder aufgenommen und in die heutige Jagdkultur eingebettet zu werden.
Christian Franke machte all seinen Zuhören deutlich klar: Jagdliches Brauchtum verdient es auch in unserer modernen Zeit mit all den Veränderungen rund um die Themen Gesellschaft und Jagd, weitergetragen, mit Neuem verflochten und vor allem GELEBT zu werden! Jeder Jäger und jede Jägerin ist Teil einer großen Gemeinschaft. Nie zuvor stand die Jagd so sehr im Fokus der Öffentlichkeit wie heute. Es ist also an uns als waidmännische Gemeinschaft, ein positives, ehrliches und ehrenhaftes Bild der Jagd an die Öffentlichkeit weiterzugeben. Denn ohne eine aufgeklärte Öffentlichkeit, wird der Ruf und der Fortbestand der Jagd weiter abnehmen.